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Hochsensibel und hochbegabt – wie du wieder bei dir selbst ankommst

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Kennst du dieses Gefühl?

Du spürst eigentlich ganz genau, dass dir etwas zu viel ist. Dein Körper meldet sich. Du bist erschöpft, gereizt oder brauchst dringend Ruhe – und trotzdem machst du weiter.

„Ach komm, das geht noch!“

„Andere schaffen das doch auch.“

„Ich bin wahrscheinlich einfach zu empfindlich.“

Gerade hochsensible und hochbegabte Menschen kennen solche Gedanken häufig sehr gut.

Wir nehmen viel wahr. Wir denken viel. Wir spüren Stimmungen, Zwischentöne und Veränderungen – manchmal schon, bevor überhaupt jemand etwas ausgesprochen hat.

Was brauchen die anderen? Was wird von mir erwartet? Wie sollte ich sein? Der große Wunsch dazuzugehören.

Und irgendwann passiert etwas Merkwürdiges:

Wir spüren alle anderen – nur uns selbst immer weniger.

Hochsensibilität: Wenn du glaubst, du müsstest dich einfach mehr zusammenreißen

Vielleicht hast du schon früh Sätze gehört wie:

„Sei doch nicht so empfindlich!“

„Stell dich nicht so an.“

„Das ist doch gar nicht schlimm.“

Wenn du Dinge tatsächlich intensiver wahrnimmst als andere Menschen, können solche Aussagen ziemlich verunsichern.

Denn natürlich orientieren wir uns an unserem Umfeld.

Wenn scheinbar alle anderen mit einer Situation zurechtkommen, während sie für uns anstrengend, laut, stressig oder überwältigend ist, liegt der Gedanke nahe:

Mit mir stimmt etwas nicht.

Also reißen wir uns zusammen.

Wir beißen die Zähne zusammen.

Wir gehen weiter.

Und weiter.

Und noch ein Stück weiter …

Dabei wäre etwas ganz anderes wichtig: stehen bleiben und in sich fühlen.

Dein Körper flüstert, bevor er schreien muss

Unser Körper ist ziemlich schlau.

Oft weiß er längst, dass etwas nicht stimmt, während unser Kopf noch versucht, gute Argumente dafür zu finden, warum wir weitermachen sollten.

Vielleicht schläfst du schlechter. Dein Bauch meldet sich. Du bist gereizter. Geräusche nerven dich noch mehr als sonst. Du wirst emotional, kannst dich schlechter konzentrieren oder möchtest dich am liebsten nur noch zurückziehen.

Früher habe ich mich selbst gefragt:

„Was hast du denn jetzt schon wieder?“

Heute sehe ich meine körperliche Sensibilität anders.

Denn wenn mein Körper mir früh signalisiert, dass etwas aus der Balance gerät, habe ich auch früh die Möglichkeit, etwas zu verändern.

Was für ein Unterschied!

Statt gegen den eigenen Körper zu kämpfen, können wir anfangen, ihm zuzuhören.

Was möchtest du mir gerade sagen?

Über Grenzen gehen – ja oder nein?

Jetzt könnte man natürlich sagen:

„Na toll! Dann bleibe ich einfach immer in meiner Komfortzone.“

Nein. Darum geht es nicht.

Es gibt nämlich einen entscheidenden Unterschied zwischen über sich hinauswachsen und sich selbst permanent übergehen.

Manchmal ist es unglaublich wertvoll, etwas zu tun, das uns Angst macht. Ein schwieriges Gespräch zu führen. Uns zu zeigen. Etwas Neues auszuprobieren. Eine Herausforderung anzunehmen.

Und hinterher stehen wir da und denken:

Wow! Ich kann das ja wirklich!

Das ist Wachstum.

Etwas ganz anderes ist es, wenn dein Inneres schon seit Monaten oder Jahren „Nein!“ sagt und du trotzdem weitermachst.

Ein Job, der dich jeden Tag auslaugt.

Eine Beziehung, in der du dich ständig selbst zurücknimmst.

Ein Umfeld, in dem du dich permanent anpassen musst.

Ein Leben voller Verpflichtungen – aber fast ohne Freude.

Dann lohnt sich eine andere Frage:

Welchen Preis bezahle ich eigentlich dafür, dass ich immer weiter funktioniere?

Hochsensibel zu sein bedeutet nicht, ständig entspannt sein zu müssen

Gerade beim Thema Hochsensibilität begegnet mir immer wieder die Vorstellung, wir müssten nur lernen, unser Nervensystem zu regulieren – und dann wären wir möglichst immer ruhig und entspannt.

Aber so funktioniert Leben nicht!

Wir sind keine Zen-Meisterinnen und Zen-Meister, die lächelnd auf einem Kissen sitzen, während um uns herum die Welt explodiert.

Zum Glück nicht.

Leben bedeutet Bewegung.

Anspannung und Entspannung.

Freude und Traurigkeit.

Mut und Angst.

Nähe und Rückzug.

Und manchmal eben auch Wut!

Innere Stabilität bedeutet nicht, dass nichts mehr passiert. Sie bedeutet auch nicht, dass wir unangenehme Gefühle wegmeditieren müssen.

Stabilität bedeutet, dass ich mich selbst nicht verliere, wenn das Leben Wellen schlägt.

Was bringt dich zurück zu dir?

Und hier wird es spannend.

Denn um wieder stärker mit dir verbunden zu sein, brauchst du nicht zwangsläufig die nächste große Selbsterfahrungsreise.

Manchmal sind es erstaunlich kleine Dinge.

Halte kurz einen Moment inne und spüre in deinen Körper. Wie fühlt sich mein Nacken an? Wie fühlen sich meinen Schultern an? Wie fühlt sich mein Atem an? Nimm einfach wahr.

Frage dich: Was macht mir Freude? Was würde mir jetzt gut tun?

Ein kleiner Spaziergang, eine Tasse Tee, Musik hören, malen…

Wir glauben häufig, es muss, was ganz Großes sein. Dabei sind es häufig die kleinen Dinge, die einen wieder mit uns verbinden und so viel bewegen. Jeden Tag ein paar Minuten Zeit nehmen und in sich zu spüren verändert unglaublich viel.

Für mich ist es das intuitive Malen…einfach los kritzeln.

Wenn ich male, kann etwas passieren, das im Alltag manchmal gar nicht so leicht ist: Der Kopf wird leiser. Zeit und Raum treten in den Hintergrund. Ich muss nichts leisten, nichts erklären, nichts perfekt machen.

Ich darf einfach wahrnehmen, was entsteht.

Und genau solche Momente brauchen wir.

Freude darf leicht sein!

Vielleicht kennst du auch diesen Gedanken:

Was wertvoll ist, muss anstrengend sein.

Wir müssen hart arbeiten. Durchhalten. Uns verbessern. Mehr schaffen. Weiterkommen.

Aber was, wenn wir einmal in eine andere Richtung schauen?

Was fällt dir leicht?

Wobei vergisst du die Zeit?

Was macht dir Freude, ohne dass du dafür einen besonderen Grund brauchst?

Unsere natürlichen Begabungen erkennen wir nämlich manchmal besonders schlecht – gerade weil sie uns leichtfallen.

Was für dich völlig selbstverständlich ist, kann für einen anderen Menschen ausgesprochen schwierig sein.

Du denkst vielleicht:

„Das kann doch jeder!“

Ähm … nein.

Kann eben nicht jeder.

Und genau dort können deine Schätze liegen

Deine Begabungen fühlen sich häufig für dich so normal an

Wir suchen häufig nach dem großen Talent.

Nach dieser einen außergewöhnlichen Gabe, wo wir ganz besonders gut sind.

So läuft es meistens leider nicht. 

Unsere Begabungen zeigen sich für uns oft viel unspektakulärer.

In dem, was wir intuitiv tun. Was uns leicht fällt und so selbstverständlich für uns ist.

Wir tun den ganzen Tag „große“ Dinge, nehmen diese als „normal“ und selbstverständlich an und erkennen darin nicht den Wert.

Andere können es sehen. Sie sind dankbar dafür. Sie schätzen es. Aber für dich ist es normal

Wie du…

Zusammenhänge erkennst.

Menschen verstehst

Ideen entwickelst

organisierst

 

Weil uns diese Dinge so vertraut sind, geben wir ihnen häufig keinen besonderen Wert.

Dabei lohnt es sich gerade dort hinzuschauen.

 

Du musst nicht mehr werden – sondern wieder mehr du selbst

Für mich liegt darin ein wesentlicher Schlüssel für Hochsensibilität und Hochbegabung.

Es geht nicht darum, deine Sensibilität loszuwerden.

Es geht auch nicht darum, deine Begabung ständig in noch mehr Leistung umzuwandeln.

Und schon gar nicht darum, dich immer weiter zu optimieren.

Es geht um Verbindung.

Mit deinem Körper.

Mit deinen Gefühlen.

Mit deinen Bedürfnissen.

Mit deinen Grenzen.

Mit deiner Freude.

Und mit den Fähigkeiten, die du mitgebracht hast.

Denn je besser du dich selbst kennst, desto leichter kannst du erkennen, was wirklich zu dir passt – beruflich, in Beziehungen und in deinem ganz persönlichen Leben.

Vielleicht möchtest du dir deshalb heute ein paar Minuten nehmen und dich fragen:

Wann fühle ich mich wirklich lebendig?

Wobei vergesse ich die Zeit?

Was gibt mir Energie – und was kostet mich dauerhaft Kraft?

Welche Signale meines Körpers überhöre ich noch?

Was konnte ich als Kind stundenlang tun?

Und vielleicht die schönste Frage:

Welcher Teil von mir möchte endlich wieder mehr Raum bekommen?

Du musst darauf nicht sofort eine perfekte Antwort haben.

Manchmal beginnt Verbindung viel leiser.

Mit einem Gefühl.

Einem Impuls.

Einem Bild.

Einem Gedanken.

Oder mit diesem kleinen inneren Moment, in dem du plötzlich spürst:

Ja. Das ist es!

Wenn du dir Begleitung auf diesem Weg wünschst, unterstütze ich dich gerne dabei, deine Stärken sichtbar zu machen und dein Potenzial zu entfalten.

Ich freue mich auf dich!

Deine Nicola